Wie kannst du dein Selbstbewusstsein und deine Selbstsicherheit steigern?

Bei sich selbst sein

Vor einiger Zeit bei einer Unterhaltung zum Thema Grenzen setzen sagte jemand zu mir: „Sieh es mal so: Wie soll ich dich besuchen, wenn du nicht zuhause bist?“. Zuerst fand ich diese Aussage irritierend, doch als ich eine Weile darüber nachdachte, kam sie mir immer schlüssiger vor.


Wenn ich für meine Mitmenschen nicht spürbar bin, ihnen nicht die Chance gebe, mich mit meiner ganzen Persönlichkeit kennenzulernen, können sie mit mir nicht in echten Kontakt kommen.

Wie ist es mit dir? Bist du schon zuhause? Hier sind ein paar Tipps, die dir helfen können, wieder bei dir „einzuziehen“:

 

Äußere das, was du möchtest – deine Bedürfnisse sind ebenso wichtig wie die der anderen
Das fängt zuerst bei dir an: Wenn du dich und das, was du brauchst, nicht ernst nimmst, wieso sollen es die anderen tun? Zunächst einmal haben wir alle das Recht, dass es uns gut geht, unabhängig davon, wer wir sind oder was wir leisten. Und wenn das als Motivation noch nicht reicht - du kannst nur gut für dich und andere sorgen, wenn es dir gut geht. Wenn du dich total für andere verausgabst, kannst du niemandem mehr helfen. Mehr dazu in Mit gutem Gewissen für dich selber sorgen

 

Beobachte dich – tust du das, was du tust, weil du es möchtest oder weil jemand anders es dir sagt?
Es geht dabei nicht darum, etwas nicht zu tun, weil die Anregung oder der Wunsch von jemand anderem kommt. Wichtig ist, dass du dir bewusst wirst, ob du das tatsächlich willst oder nicht. Und wenn du es nicht möchtest:

 

Trau dich, Nein zu sagen* – Dinge zu tun, die uns wiederstreben, kostet unglaublich viel Kraft und macht uns auf Dauer krank. Und nur, wenn du es sagst, weiß dein Gegenüber, wie es dir geht und was dir nicht gut tut. Falls du Befürchtungen wegen negativer Reaktionen hast, kannst du in meinem Artikel zum Grenzen setzen Tipps finden. Und das Spannende ist - je öfter du es übst, klar und deutlich deine Grenzen zu setzen, desto mehr Selbstsicherheit wirst du gewinnen.

 

Sei wie du bist, nicht wie du denkst, dass die anderen dich gerne hätten – selbst wenn das erstrebenswert wäre, was es nicht ist, kannst du es nie allen recht machen. Und warum solltest du auch?  

 

Lass dir nicht alles gefallen – wenn dich jemand abwertet oder du das Gefühl hast, herumgeschubst zu werden, zeige klare Kante und wehre dich. Niemand hat die Berechtigung dich schlecht zu behandeln, und wenn du alles schluckst wirst du entweder explodieren oder krank. Und auch hier kannst du bei dir anfangen: beobachte deine Gedanken und unterbinde alles, was dich heruntermacht. Ein paar Gedanken dazu, wie du mit ungesunden Beziehungsmuster (nicht nur Paarbeziehungen) umgehen kannst, findest du unter Steig aus dem Spiel aus

 

Fällt dir noch mehr ein, was dir hilft, Selbstbewusstsein zu stärken? Dann freue ich mich, wenn du mir dazu einen Kommentar schreibst.

 

 

*Wie du Nein sagen und trotzdem in gutem Kontakt mit deinem Umfeld bleiben kannst, erfährst du in meinem Workshop Grenzen setzen.

     

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Kommentare: 2
  • #1

    gudrun (Freitag, 11 Mai 2018 01:48)

    Danke für den hilfreichen Text. Habe eine Frage. Mein Masseur maskierte anfangs gut, dann nach 4 mal redet er nur noch und massiert mehr schlecht als recht. Ich kann mich gar nicht entspannen, es läuft auch noch Rockmusik , die ich gar nicht mag. Erlebe sein Verhalten als Provokation. Sagte ihm schon 3 mal, dass er wieder so arbeiten solle wie am Anfang. Er meint nur, es wäre besser für mich, wenn er nur ganz wenig machen würde. Die Musik stellte er auch nicht ab. Ich sagte den nächsten Termin ab. Er sprach mal davon, dass viele Patienten Trinkgeld geben. Will er eventuell Trinkgeld von mir, damit er wieder besser massiert? Das kann ich mir aber nicht leisten und finde ich auch frech, da es ja Kassenleistung ist. Er duzt auch aLLe Patienten, finde ich auch komisch. Einen anderen gibt es hier in der Nähe aber nicht. Er hat Monopolstellung. Wie soll ich mich verhalten bzw. wehren? Für Rat wäre ich sehr dankbar.

  • #2

    Sabine - Die Kommunikationslotsin (Freitag, 11 Mai 2018 10:53)

    Liebe Gudrun,
    zunächst einmal würde ich, um mich zu entlasten, schauen, ob es wirklich keine Alternativen gibt. Viele Physiotherapeuten bieten Massage an, vielleicht gibt es ja noch wen.
    Und wenn du in die Klärung mit deinem jetzigen Masseur gehen willst, wäre mein Tipp, dir vorher Gedanken zu machen, was du sagen willst, das Gespräch vorher im Kopf durchzugehen und zu schauen, wo du in Gefahr läufst, einzuknicken. Auch die Frage, welche Haltung du zu dir selbst hast, ist wichtig, erlaubst du dir, für dich einzustehen oder wirst du schnell unsicher?
    Vielleicht hilft dir auch mein Artikel "Steig aus dem Spiel aus" im Blog unter "Grenzen setzen", denn in gewisser Weise scheint dein Masseur ein Spiel mit dir zu spielen.
    Wichtig ist in meinen Augen, dass du auch die Kosequenz ziehen kannst, bei ihm aufzuhören, da er sonst spürt, dass er ohne Schaden bei seiner Haltung bleiben kann.
    Ich drücke dir die Daumen, dass du einen guten Weg für dich findest, herzliche Grüße
    Sabine