Resilienz für hochsensible Menschen - Akzeptanz

Als hochsensibler Mensch kannst du sehr von einer hohen Resilienz profitieren. Denn sie hilft dir, gut mit den Herausforderungen, die die Hochsensibilität mit sich bringt, umzugehen und die positiven Seiten der Hochsensibilität gewinnbringend für dich und andere nutzen zu können.

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Resilienz (auch seelische Widerstandskraft genannt) eines Menschen beeinflussen. In dieser Serie gebe ich nach und nach eine Übersicht, wie die Stärkung der einzelnen Resilienzfaktoren das Leben von hochsensiblen Menschen beeinflussen kann:

 

Teil 1: Resilienzfaktor Akzeptanz

 

Früher habe ich viel Zeit damit verbracht, mich mit Situationen auseinander zu setzen, die ich nicht gut fand, aber nicht ändern konnte. Das hat mich viel Kraft und Energie gekostet, die mir an andere Stelle fehlte.


Die Beschäftigung mit dem Thema Akzeptanz hat mich darauf gebracht, viel früher darauf zu schauen, wieviel Einfluss ich darauf habe, wie sich eine Situation gestaltet. Habe ich Einflussmöglichkeiten, werde ich aktiv, um das, was mich stört in meinem Sinne zu verändern. Habe ich keinen Einfluss auf das, was passiert, dann konzentriere ich meine Gedanken und mein Tun darauf, wie ich mein Verhalten oder meine Einstellung verändern kann, damit es mir wieder gut geht.


Das kann durch eine Veränderung des Blickwinkels sein (z.B. den Sinn hinter einer grundsätzlich langweiligen Tätigkeit suchen)

durch Hilfsmittel (Ohrstöpsel, wenn um mich herum zu viel Lärm ist), oder dadurch, dass ich aus der Situation herausgehe.

So oder so ist es weit sinnvoller, mich darum zu kümmern, was mir gut tut, anstatt mich über die Situation oder die daran Beteiligten aufzuregen.

 

Ein weiterer Aspekt von Akzeptanz ist, mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin. Das ist gerade für viele Hochsensible eine Herausforderung, weil sie im Laufe ihres Lebens oft die Erfahrung gemacht haben, "anders" und möglicherweise auch "falsch" zu sein. Je weniger ich als Hochsensible in der Lage bin, mich gut um mich selbst zu kümmern, desto schneller bin ich gestresst. Da kommt ab und an der Gedanke auf, dass alles viel einfacher wäre, wenn ich nicht so feinfühlig wäre. Der Fokus geht immer mehr auf negative Aspekte und ich komme in eine Opferrolle. Das zieht mich herunter und ändert nichts an dem was ist, sondern nimmt mir nur noch mehr von meiner Kraft.

 

Für mich hat es sich als hilfreich erwiesen, mir klar zu machen, was meine Stärken sind und welche positiven Aspekte für mich mit der Hochsensibilität verbunden sind. Ich habe mir ein kleines "Schatzkästchen" angelegt, in dem ich positive Rückmeldungen sammle. Wenn ich sie mir anschaue, kann ich auch immer erkennen, was meine Hochsensibilität dazu beiträgt, dass ich das machen kann, was andere an mir schätzen.

 

Zur Akzeptanz meines Soseins gehört auch, dass ich meine Bedürfnisse wahrnehme und gut für mich selbst zu sorgen. Wenn mir das gut gelingt, habe ich weit weniger "Reibungsfläche" mit mir selbst, denn die Toleranz gegenüber potentiell stressverursachenden Situationen steigt mit zunehmendem Wohlbefinden. Zur guten Selbstfürsorge gehört auch, mir meine Grenzen klar zu machen und gut mit ihnen umzugehen. Das bedeutet nicht, dass ich mich im Schneckenhaus verstecken muss, sondern dass ich bewusst dafür sorge, dass ich mich nach stressigen Phasen wieder gut erholen kann.

 

Mehr Infos zum Resilienz-Training findest du hier

 

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