Rückzug - Ich-Zeit

Einer der wichtigsten Aspekte im Umgang mit der Hochsensibilität ist, dass du dir genug Rückzugszeiten gönnst. Dabei solltest du aufhören, dich mit anderen zu vergleichen und zu denken, dass es schlecht ist, wenn du mehr Zeit für dich benötigst, als andere Menschen das tun. Das sind alte Denkmuster, die dich nicht weiterbringen.
Du bist, ausgestattet mit einem feinfühligen Nervensystem, einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt. Deshalb hast du auch mehr zu verarbeiten als andere.

Zur Resilienz, also der seelischen Widerstandskraft, gehört auch, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind. In diesem Fall: ohne Rückzugszeiten zur Erholung läufst du in Gefahr, durch eine Reizüberflutung deinen Stresslevel immer weiter zu erhöhen, bis du nicht mehr kannst.
Wenn du möchtest, dass es dir gut geht und du das, was in dir steckt, zum Ausdruck bringen kannst, dann führt kein Weg daran vorbei, dass du dir Zeit nimmst und dich beobachtest:

  • In welchen Situationen kannst du Kraft tanken?
    Vielleicht durch Spaziergänge, Musik hören, Lesen, kreativ sein?

  • Was senkt deinen Stresspegel?
    Beispielsweise Sport, Meditation, Entspannungsübungen, Singen, Tanzen, Wellness. Lachen hilft übrigens auch sehr gut beim Stressabbau

  • Schläfst du genug?
    Schlaf ist das allerbeste Mittel, die Stresshormone im Körper abzubauen und sich zu erholen

  • Was macht dir Freude?
    Wie ist es mit: Freunde treffen, schreiben, etwas erschaffen, lachen, mit deinen Kindern spielen?

  • Wieviel tut dir gut und wann solltest du aufhören?
    Übe, sowohl beruflich als auch privat Grenzen setzen und Nein sagen zu können
  • Kannst du deine Auszeiten wirklich genießen, oder musst du dir das erst noch erlauben?
    Pausen machen mit schlechtem Gewissen ist doppelt belastend: du bekommst nicht die nötige Erholung und ziehst dich mit negativen Gedanken noch runter

  • Bist du mit deiner Aufmerksamkeit nur im Außen oder hörst du auch in dich hinein?
    Die Stimme, die dir sagt, was du brauchst, ist oft nicht sehr laut. Erst wenn du dir die Ruhe gönnst, in dich hineinzuspüren, kannst du erkennen, was du brauchst

 

Meine Erfahrung bei der Arbeit mit hochsensiblen Menschen ist, dass diejenigen, die einen guten Ausgleich zwischen Aktivität und Ruhe schaffen können, von ihrer Hochsensibilität stark profitieren können. Aus diesem Grund lohnt es sich, dass du anfängst, Raum für dich und deine Erholung zu schaffen.

 

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