Resilienz für Hochsensible - Verantwortung übernehmen

Als hochsensibler Mensch kannst du sehr von einer hohen Resilienz profitieren. Denn sie hilft dir, gut mit den Herausforderungen, die die Hochsensibilität mit sich bringt, umzugehen und die positiven Seiten der Hochsensibilität gewinnbringend für dich und andere nutzen zu können.

 

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Resilienz (auch seelische Widerstandskraft genannt) eines Menschen beeinflussen. In den ersten Teilen der Serie habe ich erläutert, wie die Akzeptanz und Optimismus den guten Umgang mit der eigenen Feinfühligkeit unterstützen kann. In diesem Teil habe ich mir Gedanken gemacht, wie es mit der Verantwortung für das eigene Leben und damit auch über das Wohlbefinden aussieht.

 

Teil 3: Resilienzfaktor Verantwortung übernehmen

 

Wenn wir aufwachsen, haben unsere Eltern die Verantwortung für unser Leben und dafür, dass es uns gut geht. Doch im Laufe des Erwachsenwerdens kommt der Punkt, an dem wir selber unser Leben in die Hand nehmen. Und damit auch die Verantwortung für unser Handeln, Denken und Fühlen bekommen. Das Problem ist, dass auf keinem Lehrplan steht, wie man das macht.
Bei vielen hochsensiblen Menschen kommt hinzu, dass aufgrund der Anpassung an das "normale" Leben das Gefühl für die eigenen Bedürfnisse und Grenzen verloren gegangen ist.

Deshalb ist ein erster Schritt, wieder Kontakt zum eigenen Körper und seinen Signalen zu bekommen. In meinem Blog-Beitrag über den Zugang zu den eigenen Gefühlen kannst du Tipps finden, welche dir den Weg dahin erleichtern.

 

Doch nur zu spüren, was ich möchte und brauche, reicht nicht: Wenn ich mir nicht erlaube, es auch zu bekommen, dann ist nichts gewonnen. Hier ist ein Blick auf eigene Denkmuster sinnvoll. Bei mir war da zum Beispiel so etwas wie "Beiß die Zähne zusammen" zu finden. Und solange ich im Kopf habe, dass ich mich, koste es was es wolle, zwingen muss, etwas zu tun, werde ich kaum gut für mich sorgen können. Denn zu Selbstfürsorge gehört auch immer die Fähigkeit, Nein sagen zu können. Die ist bei so einem inneren Antreiber meist eher schwach ausgeprägt.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich in den letzten Jahren hatte, war, dass ich Situationen, die mich sehr stressen, nicht aushalten muss. Ich kann mir Wege suchen, die mich aus der Situation herausholen oder mir den Umgang damit leichter machen.
Je nach Situation und Tagesform kann dabei das Aussprechen des Bedürfnisses, z.B. nach mehr Ruhe, sinnvoll sein, oder das kurzzeitige Verlassen der Situation zum Runterkommen. Manchmal ist aber auch der Rückzug die beste Lösung, und ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, den Menschen, mit denen ich zusammen bin, eine kurze Erläuterung zu geben, warum ich gehe. Wenn du Angst davor hast, dass die Menschen um dich herum deshalb komisch oder negativ reagieren, hilft dir vielleicht mein Blog-Artikel über das Grenzen setzen.

 

Je mehr du das verinnerlicht hast, desto weniger Einfluss haben andere Menschen auf dein Wohlbefinden. Wenn du dir anschaust, was dich immer wieder stört und aktiv etwas dagegen tun kannst, bist du nicht mehr den Umständen ausgeliefert, sondern hast dein Leben selbst in der Hand. Und das fühlt sich gut an.


Grundsätzlich ist es für dich als hochsensibler Mensch wichtig, dass du die Verantwortung übernimmst, dir die Auszeiten zu verschaffen, die du brauchst. Durch die erhöhte Wahrnehmung sind mehr Reize zu verarbeiten, als das bei anderen Menschen der Fall ist. Um das gut zu verkraften braucht der Körper mehr Ruhephasen, ansonsten droht eine fortwährende Erschöpfung.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch den Perfektionismus erwähnen, der bei Hochsensiblen öfter vorkommt. Wenn du merkst, dass du dich daran orientierst, was andere denken und sagen mögen, ist es Zeit, das innere Stopp-Schild hochzuhalten und dir bewusst zu werden, dass du alleine der Maßstab bist und die Verantwortung für deine Energie hast.
Mir hilft dabei der Spruch "Einen sch... muss ich!", um mir klar zu machen, ob ich das, was ich mache tue, weil ich es will oder weil ich den Eindruck habe, jemand erwartet es von mir.
Wenn dir der Perfektionismus und das damit verbundene Nicht-Aufhören-Können bekannt vorkommt, kannst du mal bei perfekt unperfekt schauen, da findest du ein paar Punkte für einen entspannteren Umgang mit dem Drang, alles perfekt machen zu müssen.

 

Langjährige Verhaltensweisen zu verändern ist nicht einfach. Und die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen auch nicht. Das Gute ist, dass das Resilienz-Training auch das Vertrauen stärkt, Herausforderungen meistern zu können. Das unterstützt dabei, neue Wege zu gehen und den Mut zu fassen, auch so schwierige Dinge wie Grenzen zu setzen und für sich einzustehen, anzupacken.

 

Mehr Infos zum Resilienz-Training findest du hier

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