Wie kann ich meine Gefühle und meine Intuition besser wahrnehmen?

 

Wenn du gesund bleiben und gut für dich sorgen willst, brauchst du einen guten Draht zu deinen Gefühlen. Denn ohne sie fehlt dir der Maßstab, was dir gut tut und was nicht. Auch Grenzen setzen ist ohne den Zugang zu deinen Gefühlen kaum möglich, denn dein Körper signalisiert dir deine Grenzen über das Gefühl.
Es hat noch einen weiteren Vorteil, wenn du gut mit deinem Körper vertraut bist: du kannst bei Entscheidungen deine Intuition einbeziehen. Die Intuition hilft dir durch dein Erfahrungswissen und dem, was du auf unbewusster Ebene wahrnimmst. Deshalb sind Entscheidungen, bei denen die Intuition Berücksichtigung findet, meist die besseren.

 

Kinder haben einen sehr direkten Kontakt zu ihren Gefühlen und können sie anfangs noch nicht richtig steuern. Im Laufe des Erwachsenwerdens lernen wir, wie wir unsere Gefühle in Griff kriegen. Leider kann das zur Folge haben, dass wir ganz den Kontakt zu ihnen verlieren.

 

Was kannst du tun, wenn du das, was dein Körper dir sagt, wieder besser verstehen möchtest?

 

Mach dir bewusst, was in dir vorgeht
Das wichtigste ist, dass du dir selber zuhörst. Deinem Körper und deinen Gedanken. Meist brauchst du dafür Zeit und Ruhe, allerdings ist es auch in stressigen Situationen sinnvoll, dass du beobachtest, was du fühlst. Je feiner dein Gespür wird, desto besser kannst du Zusammenhänge erkennen und verstehen, was dir das Gefühl sagen will.

 

Symptome als Signale
Wenn du keinen guten Zugang zu deinem Körper hast, schickt er dir direkte Signale, wie Unwohlsein oder Beschwerden. Vielleicht fällt dir, wenn du darüber nachdenkst, auf, dass es dir in bestimmten Situationen immer wieder nicht gut gegangen ist und du kommst dahinter, warum.

 

Woher weiß ich, was ich fühle bevor ich höre, was ich sage?
Vielfach werden wir uns dem, was in uns vorgeht, erst bewusst, wenn wir es beschreiben. Wenn du Menschen in deinem Umfeld hast, mit denen du dich vertrauensvoll austauschen kannst, könnt ihr euch für einen regelmäßigen Termin verabreden (täglich wäre super, ansonsten eben so oft wie es möglich ist), und euch erzählen, was ihr gemacht habt und was ihr dabei gespürt habt.
Das schärft es deine Wahrnehmung für deine Gefühle und motiviert dranzubleiben, denn du brauchst ja was zum erzählen.

 

Aufschreiben erleichtert das Nachvollziehen
Wenn dir der Austausch nicht möglich ist, dann kannst du abends für dich aufschreiben, in welchen Situationen du welche Gefühle hattest. Wenn du dann später in deine Aufzeichnungen schaust, kannst du mögliche Gemeinsamkeiten in verschieden Situationen erkennen, die dazu beitragen, deine Gefühle besser zu verstehen.
Das Aufschreiben kannst du natürlich auch zusätzlich zum Austausch mit deinem Gesprächspartner machen.

 

Wertfrei betrachten ist förderlich
Gut wäre, wenn du deine Gefühle nicht bewertest. Sie alle haben ihre Berechtigung und wollen dir etwas sagen. Wut z.B. ist ein Anzeiger dafür, dass etwas nicht in deinem Sinne läuft. Wenn du das annehmen kannst und einen Weg findest, die Situation in deinem Sinne zu verbessern, dann ist die Wut wahrscheinlich schnell wieder vorbei. Wenn dir die Änderung der Situation im Moment nicht möglich ist, kannst du schauen, was du zukünftig ändern kannst.

 

Angebote wahrnehmen
Du kannst dir auch ein Kurs suchen, bei dem du deine Körperwahrnehmung trainieren kannst. Feldenkrais arbeitet z.B. damit, auch verschiedene Entspannungstechniken sind darauf aufgebaut, dass du etwas machst und dann beobachtest, wie es sich anfühlt.

 

Wann hat sich deine Intuition bei dir gemeldet?
Bezüglich der Intuition hat mir geholfen, eine Rückschau zu machen auf Situationen in meinem Leben, bei denen mein Gefühl und meine Handlung nicht übereingestimmt haben.
So hatte ich bei einem Vorstellungsgespräch ein ganz mulmiges Gefühl und habe die Stelle trotzdem angenommen. Und: meine Gefühl hat sich bestätigt, die Firma war nicht gut für mich.

 

Ein Blick von außen
Wenn dir dazu aus deiner Vergangenheit nichts einfällt, kannst du jederzeit damit beginnen, darauf zu achten, ob sich vor Entscheidungen oder bei neuen Bekanntschaften ein spontaner Impuls einstellt. Es kann dir auch noch etwas auffallen, wenn du im Nachhinein die Situation betrachtest, wie ein unbeteiligter Beobachter es getan hätte.

 

Wenn du am Anfang mit deinem Versuch, Gefühl und Intuition wahrzunehmen, nicht den gewünschten Erfolg hast, ist es nicht schlimm. Je mehr du übst, desto schneller funktioniert der Kontakt zu dir selbst. Und dann wirst du die Weisheit, die in deinem Körper steckt, zu schätzen wissen.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Carolin (Dienstag, 05 Februar 2019 15:50)

    Danke dir, liebe Sabine! Du machst Mut & erinnerst daran, wieder feiner hinzuspüren - "seinem Körper und seinen Gedanken zuzuhören", das gefällt mir sehr! Und in der Tat hilft es, unsere Befindlichkeiten, das was gerade präsent ist immer mal wieder auszusprechen, zu kommunizieren. Alles Liebe!

  • #2

    Die Kommunikationslotsin Sabine (Donnerstag, 07 Februar 2019 17:40)

    Liebe Carolin, herzlichen Dank für deine Rückmeldung.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich das, was uns bewegt, so oder so bemerkbar macht. Wir haben es in der Hand, ob wir bewusst damit umgehen oder uns davon treiben lassen.
    Diese Erkenntnis hat zu einer großen Erleichterung geführt.
    Lass es dir gut gehen und liebe Grüße
    Sabine