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Nicht am Gras ziehen - Was du für mehr Geduld tun kannst

Geduld ist mit Sicherheit nicht meine am besten ausgeprägte Eigenschaft. Als ich vor geraumer Zeit den Spruch hörte: „Herr, gib mir Geduld – aber sofort!“ konnte ich sehr gut nachvollziehen, was damit gemeint ist: es fällt oft unglaublich schwer, zu warten.
Allerdings tun wir uns keinen Gefallen damit, unruhig darauf hin zu hibbeln, dass das Ersehnte endlich eintritt, denn je mehr wir uns damit beschäftigen, desto länger kommt uns die Zeit vor.


Nachdem mir das klar geworden ist, habe ich angefangen, Ideen zu entwickeln, die mir dabei helfen, geduldiger zu werden.

 

Geduldig mit mir selbst

 

Gerade wenn wir uns etwas an- oder abgewöhnen wollen oder etwas Neues lernen, gibt es Phasen, da kommt es uns vor, als wenn sich nichts bewegt. Dann ist Geduld gefragt, den Dingen ihren Lauf zu lassen. In der Zeit, die sie brauchen, damit sich etwas Tragfähiges und Nachhaltiges entwickeln kann.

Wenn ich das akzeptieren kann und auch auf die kleinen Veränderungen achte, geht es meist viel besser.

Ich habe mir auch eine gewisse Nachsicht mit mir selbst angewöhnt, denn wenn ich mich bei jedem Rückschritt fertig mache, ist es eher unwahrscheinlich, dass ich das gewünschte Ziel erreichen werde.

 

Geduld mit Anderen

 

Es gibt zwar Menschen, die unter Druck so richtig aufdrehen, doch vielen tut es nicht gut, wenn sie merken, dass ihr Gegenüber ungeduldig wird. Dadurch, dass du drängelst, erhöhst du die Gefahr, dass Fehler gemacht werden und noch mehr Zeit vergeht, bis das Ergebnis vorliegt.
Gut ist, wenn du Wege findest, dem anderen die Zeit zu lassen, die er oder sie braucht: Vielleicht kannst du einen Termin vereinbaren, wann du wieder vorbei schaust oder ihr findet eine Lösung, wie ihr die Sache gemeinsam voranbringen könnt.
Wenn du dich unter Druck fühlst, kann es auch helfen, wenn du mitteilst, warum es dir so wichtig ist, dass es schnell geht.

 

Wann ist es endlich soweit?

 

Wenn ich mich auf einen Termin freue, kann ich es oft gar nicht abwarten, bis es endlich soweit ist. Um die Zeit gut zu überbrücken, habe ich angefangen, mir vorzustellen, wie es sein könnte und was Schönes passiert. Das hilft mir, die Vorfreude zu genießen und erfüllt mich gleichzeitig mit Dankbarkeit.
Aber Achtung: Lass die Vorstellung nicht zur Erwartung werden, denn meistens kommt es ganz anders als gedacht.

 

Wo bist du besonders geduldig?

 

Spannend ist, zu beobachten, wo es dir leicht fällt, geduldig zu bleiben. Oft geht es dabei um Tätigkeiten, die Spaß machen. So fällt es einem Menschen, der gerne bastelt, nicht schwer, sich lange mit den kleinsten Teilen seines Werks zu beschäftigen. Bei den Dingen, die du gerne tust, vergeht die Zeit oft wie im Flug.
Versuch doch mal, das, was an deiner Geduld zerrt, mit etwas zu verbinden, was dir Freude macht. Mir hilft oft Musik hören oder etwas gemeinsam mit anderen zu machen.
Übrigens: Geduldig zu sein fällt auch bei Menschen, die wir gerne haben, oft leichter. Und umgekehrt genauso: wenn uns jemand auf den Senkel geht, ist es auch mit der Geduld nicht weit her. Möglicherweise wird es besser, wenn ihr das, was zwischen euch steht, klären könnt.

 

Wie so oft: auf die Haltung kommt es an

 

Im Endeffekt ist nicht das Warten das Entscheidende, sondern die Haltung, mit der wir an die Sache herangehen. Lassen wir uns verrückt machen, wird sich die Zeit, die es braucht, lang und unangenehm anfühlen. Wenn es aber gelingt, die Umstände zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen, wird die Ungeduld immer kleiner und die Gelassenheit größer.

 

Denn, bei aller Ungeduld, ist es so, wie ein afrikanisches Sprichwort sagt: Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht.

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